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Zuckerfrei im Alltag – Erfahrungsbericht & Buchtipp

enthält Buchrezension | Hast du schon mal darüber nachgedacht, ein paar Wochen komplett zuckerfrei zu leben? Mittlerweile ist die #40tageohnezucker Challenge oder vergleichbares Heilfasten zu einem richtigen Trend geworden, der allerdings polarisiert.
Hier teile ich meine ehrlichen, ungeschminkten Zuckerfrei Erfahrungen und zeige, wie sich der Alltag ohne Zucker für mich gestaltet. Was für Auswirkungen hat es auf meinen Körper und auf meine Seele, wenn ich mich für einige Wochen zuckerfrei ernähre?! Was sind die größten Hürden? Würde ich dauerhaft auf Zucker verzichten?

Während ich schon seit Jahren meinen Zuckerkonsum in der christlichen Fastenzeit hinterfrage und reduziere, habe ich mich nun um ersten Mal an den kompletten Verzicht herangetraut.

zuckerfrei Erfahrungen Buchtipp

Unterstützt wurde ich von Hannah Frey. In „Zuckerfrei! Das Goldene von GU“* habe ich umfangreiche Anregungen für eine Ernährung ohne Kristallzucker gefunden. Das neue Kochbuch der Spiegel-Bestseller Autorin stelle ich im Folgenden deshalb auch näher vor.

Mein Fazit nach 40 Tagen ohne Zucker?! Das erfährst du am Ende dieses Blogposts. Es kam für mich ziemlich überraschend, so viel kann ich schon mal verraten!

Zuckerfrei – mein Ausgangspunkt

Jeder is(s)t anders. Deshalb sind die Ernährungsgrundsätze, von der man in den kompletten Zuckerverzicht startet, sehr unterschiedlich.
100 g Zucker pro Tag beträgt schätzungsweise der deutsche Durschschnitt, obwohl die Ernährungsempfehlung der WHO 25 g lautet.

Schon seit ich Mama bin, hinterfrage ich meinen Zuckerkonsum. Wir essen seit Jahren vollwertig, benutzen Zuckeralternativen und naschen wenig neben den Hauptmahlzeiten. Es gibt aber keine strikten Tabus.
Häufig schon habe ich meinen Ernährungsstil, den die einen zu spießig und die anderen zu lässig finden, beworben.

zuckerfrei Erfahrungen

Folgende Auswirkungen konnte ich nämlich beobachten:

  • ich brauche 1-2 Stunden weniger Schlaf, um zu funktionieren
  • Heißhungerattacken und Unterzuckerung kenne ich gar nicht mehr
  • mein Hautbild ist zufriedenstellend
  • überdurchschnittlich gutes Immunsystem
  • das Verlangen nach Süßkram ist schon nach einer kleinen Portion gestillt

Für die konsequente Zuckerfrei-Challenge gab es bei mir also keinen Lebenswandel von 0 auf 100, sondern eher einen von 80 auf 100.

mein Alltag ohne Zucker

Was habe ich also konkret an meiner Ernährung verändert?
Das Frühstücksmüsli musste ich für die Challenge ersetzen, sowie den einen oder anderen Brotaufstrich. Die Salatsauce kam nicht mehr aus der Flasche, sondern war selbstgemacht. Deshalb hat die ganze Familie in den letzten Wochen leider insgesamt weniger Salat gegessen als sonst.

Außerdem verzichtete ich auf Backwaren, Eis und Getränken bei sozialen Events sowie auf Snacks. Gelegentlich habe ich mir eine gesunde Nasch-Alternative als Bestandteil einer Hauptmahlzeit gegönnt.

zuckerfrei Backen Rezepte

Apfel-Zimt-Muffins

Der obligatorische „Aufputscher“ im abendlichen Homeoffice wurde komplett gestrichen.

Mein komplettes Ess- und Trinkverhalten musste ich allerdings nicht auf den Kopf stellen. Weder große Kekspackungen noch Softdrinks stehen auf meinem alltäglichen Speiseplan. Unsere Familiengerichte sind generell eher Gemüse-lastig. Fertigprodukte mit versteckten Zuckern kommen nur selten zum Einsatz.

Auf natürlichen Fruchtzucker habe ich nicht verzichtet. Frisches Obst konsumierte ich in gleicher Menge wie vorher. Zum Süßen verwendete ich gelegentlich Trockenfrüchte oder Obstmark.

Nach der Hälfte der Fastenzeit habe ich einmal mit Kokosblütenzucker und Dattelsirup gebacken.

Franzbroetchen ohne Zuckerzusatz

Dinkel-Franzbrötchen mit Datteln & Kokosblütenzucker gesüßt.

Zuckerfrei – mein persönliches Challenge Ziel

Im Grunde genommen war mein primäres zuckerfrei Ziel simpel: der Herausforderung und den ganzen Versuchungen einmal richtig standzuhalten. Außerdem war ich neugierig, ob der komplette Verzicht im Gegensatz zum moderaten Konsum noch sichtbare Auswirkungen hat.

Der nette Nebeneffekt, wenn ich auf meine eigene Ernährung schaue, ist, dass ich mehr herumexperimentiere und neue, gesunde Rezepte ausprobiere. Von denen profitiert dann auch mein Umfeld.

Für viele Challenge Mitstreiter steht die Entwöhnung oder sogar Suchtbekämpfung im Vordergrund, oder eben die Gewichtsreduktion. Chronische Schmerzen und Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Haut- und Darmprobleme, all solche Sachen können im Zusammenhang mit zu hohem Zuckerkonsum stehen.

#40TageohneZucker: das ist tatsächlich passiert:

Leider konnte ich keinen Energieschub bei mir beobachten. Eher das Gegenteil war der Fall. Jeden Abend war ich richtig k.o..
Ab 21-22 Uhr konnte ich mich nur noch schlecht konzentrieren, obwohl das meine gewöhnliche Arbeitszeit ist und bin oft früher ins Bett gegangen. Gelegentlich musste ich auch gegen ein Mittagstief ankämpfen. Ob das nun der Ernährung geschuldet ist  oder andere Faktoren wie Infektverarbeitung, Stress, schlechte Nächte… involviert waren, kann ich nicht herausarbeiten.
Allerdings habe ich dem energiebringenden Schokoriegel oder anderen Snacks doch oft nachgetrauert.
Natürlich hätte ich dann auch Nüsse oder Rohkost snacken können, aber darauf WOLLTE ich ja auch verzichtet.
Komischerweise hatte ich auch beim Gang durch den Supermarkt mehr Gelüste auf Tabu-Lebensmittel, die ich sonst überhaupt nicht wahrnehme. Der Reiz des Verbotenen?

„Gecheatet“ habe ich ein einziges Mal, als ich einen geschenkten, selbstgebackenen Keks probiert habe. In dem Moment überwog einfach meine Wertschätzung für den Bäcker.
Außerdem habe ich auch eingelegte Gurken verarbeitet, die eine oder andere Sauce mit Honig abgeschmeckt und einmal ein Fertigprodukt benutzt, in dem Maltodextrin enthalten war. Keep it real!

Interessanterweise zeigt die Waage 1-2 kg weniger an, ohne dass ich es gezielt darauf angesetzt habe, Gewicht zu verlieren.
Meine Haut ist schon ziemlich gut und „frisch“. Die typischen „Schokoladenkuchen“ Pickel fehlen. Allerdings verhält sie sich weiterhin zyklusabhängig.

Die Geschmacksknospen haben definitiv einen „Reset“ erhalten und reagieren wieder deutlich sensibler.

Generell hat sich die ganze Familie gesünder ernährt. Es gab öfter gesunden, vollwertigen Naschkram als sonst.  Sowohl das Frühstück als auch Soulfood-Gelüste haben mich kreativ in der Küche gemacht.

Jeden Freitagabend habe ich mir nämlich eine gesunde Alternative gegönnt. Damit  bin ich dann deutlich zufriedener und leistungsstärker ins Wochenende gestartet.

Zuckerfrei! von Hannah Frey

Die „Das Goldene von Gu“ Serie mag ich richtig gerne. 3 der mittlerweile 15 Bände besitze ich schon seit vielen Jahren. Bei jedem Blättern finde ich ein passendes Gericht, das auch stets gelingt. Die Rezepte-Auswahl ist umfangreich, Fotos und Layout sind ansprechend.
Zuckerfrei! umfasst die beliebtesten Rezepte von Hannah Frey, der Gründerin von Projekt-Gesund-Leben.
Auf 300 Seiten gibt es genug Ideen für mehrere zuckerfreie Monate. Besonders die Kapitel Basics, Desserts und Süßspeisen haben mich inspiriert.
Aber auch von den Hauptmahlzeiten (vegetarisch/ Fisch & Fleisch) haben wir zwei Gerichte ausprobiert.

40 Tage ohne Zucker Challenge

Burger Bowl nach Hannah Frey

In der Einleitung stellt die Bestseller-Autorin das Konzept ihrer 40-Tage-Ohne-Zucker Challenge vor (daran habe ich mich bei meiner aber nicht orientiert!) sowie beleuchtet die Auswirkungen von Zucker und Zuckeralternativen.

Auf meiner ToDo-Liste sind gelandet:

  • Backwaren/ Snacks
  • Milchschnitten S. 232
  • Schoko-Erdnuss-Nicecream 246
  • Apfel-Zimt-Muffins 274
  • Franzbrötchen 276

Basics

  • Curry Ketchup 38
  • Kokos-Mandel-Aufstrich 42

Hauptgerichte

  • Burger Bowl Patties 174
  • Paprika Walnuss Sauce 136

Wer sich mit zuckerfreien Rezepten beschäftigt, wird ziemlich sicher auf Hannah Frey stoßen. Sie ist eine der „Pioniere“ des Ernährungstrends.
Für den Einstieg ist dieses „Best-Of“ Werk sicherlich eine gute Wahl.
Wenn du schon einige ihrer Kochbücher besitzt oder dich gut auf Projekt-Gesund-Leben auskennst , sollten dir viele Rezepte bereits bekannt sein.

Ich habe sie mit meinen eigenen Kreationen kombiniert.

Zu meinen Zuckerfrei-Rezept-Favoriten zählen:

Datella
Marmor-Muffins mit Bananenchips
Marmorkuchen
KiBa-Eis

zuckerfrei GU Buchrezension

Zuckerfrei – mein Fazit

Es ist mir generell zu anstrengend, Brotaufstrich, Müsli, Saucen und Naschkram immer selbst herzustellen.
Für ein paar Wochen macht es Freude und ich investiere die Zeit gerne. Aber ständig meinen Fokus darauf zu legen kann und möchte ich mir nicht leisten.

Ein umfangreiches Nachschlagewerk wie „Zuckerfrei!“ zu haben, mit Ideen für süße und deftige Rezepte, reduziert den Denk- und Planungsaufwand.

Auch wenn ich mit einem anderen Mindset gerechnet habe, komme ich nach meiner persönlichen #40TageohneZucker Challenge nun allerdings ganz klar zu dem Ergebnis, dass ich zukünftig wieder nicht komplett auf Zucker verzichten werde.

Wenn ich mit einem einzigen Schokoriegel am Abend 1-2 Stunden effektiv & leistungsstark arbeiten kann, überwiegt hier für mich der aufputschende Vorteil von Zucker. Koffein ist für mich keine Alternative.

Straffe Haut und fitten Körper würde ich natürlich gerne behalten. Aber das geht für mich nicht nur mit vollem Zucker-Verzicht einher sondern mit Selbstdisziplin.

Das komplette Paket von regelmäßiger Bewegung, die „25 g Zucker pro Tag“ Empfehlung im Blick zu behalten und sich generell ausgewogen zu ernähren, fühlt sich richtig an.
Dabei kann es für mich komplett zuckerfreie Tage oder sogar Wochen geben, oder eben auch gelegentlich mal einen „Cheat Day“ zu besonderen Anlässen.

zuckerfreies Granola Rezept

Wenn ich merke, dass ich Abhängigkeitssymptome zeige, mich selbst nicht stoppen kann und/ oder unwohl mit meinem Körper fühle, würde ich aber definitiv wieder zuckerfrei leben. Essen kann nämlich auch ohne Zucker Genuss sein.

Auch aus gesundheitlichen Gründen kann der komplette Verzicht Sinn machen. Krebs, metabolisches Syndrom, PCOS oder Endometriose, Autoimmunkrankheiten – bei vielen chronischen Erkrankungen wird ein Zusammenhang diskutiert.
Bei meinen Recherchen habe ich sogar über eine Studie gelesen, die mit der These spielt, ob man zuckerfrei langsamer altert. Spannend, oder?!

Hast du eine Zuckerfrei Challenge schon mal ausprobiert?! Wenn ja, was sind deine Erfahrungen? Wenn nein – was hält dich ab?

Hier geht es zum Buch:

Milch und Mehr Blog Signatur
Ps.:
* Affiliate Links zu Amazon | Rezension: das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Gräfe & Unzer Verlag zu Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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